"Shervin" Acrylic on Canvas 150x220cm 2019 in Privat Collection

 

Als zeitgenössische Künstlerin finden Themen meiner Selbstreflexion und einer akzentuierten Sicht auf Erlebtes in meinem Schaffen Ausdruck. Meine Werke sind Erzählungen, eine Art visualisierter Dialog.

Ich erlebe das Malen im Erkunden einer sich ständig wandelnden Grenzenlosigkeit. Nichts an unserem Dasein ist statisch oder von Dauer und jedes Bild das sich seinen Weg auf die Leinwand bahnt, bildet nur einen kleinen Ausschnitt jenes unbegrenzten Werkes in mir ab, welches weiterhin im Verborgenen verbleibt. Meine Malarbeiten erschaffen sich als Abbild meiner Innenwelt.

"Frequency" Mixed Media Series 

 

Sie entstehen auf Leinwänden die sich über eine Länge von 10 Metern erstrecken, sind gezwungenermaßen reduziert auf 10 Meter. Denn keine noch so große Leinwand könnte meiner inneren Erlebniswelt gerecht werden.

In späterer Folge nehme ich an meinen großflächigen Darstellungen Teilungen vor, das heißt, ich zerschneide den sich präsentierenden Teil meiner Innenwelt, in kleinere, doch weiterhin großformatige Einzelschauen.

 

Ich empfinde alles Wahrgenommene immer nur als Teilstück eines großen Ganzen, dessen direkte Erlebbarkeit seiner Einzelteile sich nur im Loslassen unserer gewohnten Bezugspunkte offenbart.

Doch ist mein Maß die Grenzenlosigkeit.

 

Sie selbst darzustellen bleibt unerreichbar. Jedoch soll in jeder meiner Darstellungen jenes allumfassende (grenzenlose) Bild mitempfunden werden können. Diesem Drang untersteht mein künstlerisches Wirken und ihm entspringen gleichsam meine vielschichtigen Tiefendarstellungen.

"EUPHORIE" Acrylic Series

"No Titel" Oil & Acrylic Series

"Angelique" Acrylic Series

"BLUE" Acrylic on Canvas 160x180cm 2018 in privat Collection

"Stromy Changes" Acrylic Series

"Inside/ Out" Mixed Media Series

 

Erzsebet Nagy SAAR schichtet Tiefendarstellungen ineinander. Sie entziehen sich der Fläche, dem rational Fassbaren, dem Bezugspunkt. Dem gegenüber steht das vertraute Wirkungsfeld des Betrachters – definierbar und konkret. In diesem Spannungsfeld gestaltentbehrender Tiefen einerseits, und gleichwohl dem haltsuchenden Auge des Betrachters, entsteht eine sogwirkende Begehung von Nagys Tiefenwelten.

Ihre neuen Werke entledigen sich des Profanen. Sie lassen im Publikum unweigerlich raumlose Tiefenwirkungen entstehen; im Weglassen jeglicher Anspielung auf die Begrifflichkeiten des Daseins wird der Betrachter erstmals auf sich selbst gestellt.

 

Schicht um Schicht führt sie uns weit unter die Oberfläche des Augenscheinlichen. Die Künstlerin zelebriert nicht etwa eine schnöde Exaltiertheit und nichts an ihrer inneren Ausdrucksfreude präsentiert sich konstruiert oder bemüht. Ihre Innenwelt findet sich zwar in einer opulenten Nuancierung und Farbzusammenstellung wider, doch ist der Schaffensprozess sich selbst überlassen gewesen - die Suche nach Ausdruck fand sich im Finden selbst.

 

Die Künstlerin, ihres Zeichens Mittlerin ihrer Innenwelt, gewährt uns erstaunliche Einblicke. Wir, finden uns im Nachhinein selber als Teil ihres Schaffens. Denn letztlich sind wir es, die die Oberfläche des Allgegenwärtigen zu verlassen haben, um in ihren Bildern unseren eigenen Tiefen zu begegnen. Kunstwerk und Betrachter stehen einander gegenüber, doch Nagys Werke fordern uns auf, dieser Dualität für einen Moment zu entsagen. Denn erst im Loslassen unserer gewohnten Bezugspunkte offenbart sich uns die Erlebbarkeit ihrer vielschichtigen Tiefendarstellungen.

Hat die Künstlerin es eigens darauf angelegt? Nein, denn ihre Werke erschaffen sich als authentisches Abbild ihrer Innenwelt, um sich dem Kunstinteressierten zur Erkundung zu überlassen. Doch beim Versuch sie zu erschließen ermöglichen sie ihm unweigerlich sein eigenes Innere zu spiegeln.

 Dergestalt widerfahren dem Betrachter Erzsebet Nagy SAARs neue Werke augenscheinlich im gemeinsamen Erleben ihrer Kunst.

"Inside/ Out II" Acrylic on Canvas 150x200cm 2018 in privat Collection