Die Kunst von Erzsebet Nagy SAAR ist die sensible Vielschichtung. In ihren Decollagen werden Schichten mit differenten Motiven aber verwandten Entitäten zu einer Symbiose zusammengepasst. Was einst als zerrüttetes Fundament galt, findet nun in seiner neuen Form empfindsame Ruhe. Im Gegenzug dient das Früher als Impuls für seine artfremde Fortsetzung und ermöglicht so überhaupt erst das neue Motiv. Zwischen den Schichten werden einander bedingende Fäden gesponnen, die schlussendlich zu einem verletzlichen Kern ziehen. Hier offenbart das Sensible sein tatsächliches, wundes Wesen. Doch niemals kann, soll und darf es daran zugrunde gehen, sondern im Gegenteil muss es sein empfindsames Vermögen als stolze Pose exhibieren.

 

Erzsebet Nagy SAARs Decollagen sind als Loblied auf die Empfindsamkeit zu interpretieren; auf diesen zutiefst menschlichen Zug, der das einzige ist, das bleibt, wenn sonst nichts zu bleiben scheint.

 

Nagy studierte in Kanada, an der Florida International University, in Cambridge, Madrid und Wien, wo sie heute lebt und arbeitet. So beschreibt sie ihr eigenes Leben als eine Decollage, die vom selbstbestimmten Zusammenpassen, vom Zusammenfinden-Lassen, geprägt ist.